Neuer Nachwuchs an der Sekwa
In der letzten Schulwoche vor Weihnachten war es endlich wieder soweit: Das beliebte „UPS-Projekt“ fand wieder für die 9. Klasse der Sekundarschule statt.
„U P S“ ist die Abkürzung für „ungeplant schwanger“ und soll im Rahmen der Gewaltprävention jungen Menschen zeigen, was es heißt, wenn man durch ein Baby seine eigentlich geplante Zukunft neu überdenken muss. Der Verein G.I.P. Werl e.V. (Gewalt- Intervention und Prävention) ist als Träger dieses Projektes an Schulen im Kreis unterwegs. Die Biologielehrerin Katja Ulrich organisiert seit Jahren dieses Projekt und ist dankbar, dass mit der Krankenschwester Ines Schmitte eine kompetente Leiterin die 3tägigen Gesprächsrunden durchführt. Die 15 freiwillig teilnehmenden Schülerinnen und Schüler wurden über Lebensplanung, persönliche Bedürfnisse, Stresssituationen, Überforderung, Verhütungsmethoden u.v.m. von Frau Schmitte auf Augenhöhe und teenagerorientiert aufgeklärt. Außerdem waren 7 hoch entwickelte Roboter-Babypuppen von den Jugendlichen zu betreuen. Die Puppen hatten „Bedürfnisse“ und weinten, sodass sie individuell betreut werden mussten.
Ob die Teenager-Eltern die Schützlinge gut und richtig behandelt haben, wurde dann mit einem Chiparmband, das an die Puppe angedockt wurde, ausgelesen. So gab es nach einer anstrengenden Babynacht diverse Gesprächsthemen unter den oft müden und gestressten Neueltern. „Es hat die ganze Nacht geschrien, das war voll nervig“, brachte eine Schülerin ein, aber bei der Auslesung des Chips kam heraus, dass es „nur“ 19 Minuten waren – unter Schlafentzug nimmt man Babybedürfnisse wohl anders wahr. Befremdliche Blicke erhielt auch eine Schülergruppe, die mit ihren Babys nachmittags einkaufen waren und dann das Geschrei stillen mussten. Bei Teilnehmenden, die sich ein Baby teilten, kam es auch schon zu Streitigkeiten, wer sich beim nächsten Mal um die Bedürfnisse kümmern müsste: „Ich mache viel mehr als du, jetzt bist dran!“
Ziel diese Projektes ist das Überdenken von Zukunftsplänen, das Bewusstmachen von Überforderung und Entwicklung von Hilfestrategien, um Gewalt gegen Kinder – vor allen Dingen in Beziehungen zwischen sehr jungen Menschen – zu verhindern.
Ein ganz herzlicher Dank geht hierbei an den Förderverein der Sekundarschule und das Jugendamt Warstein, die die Kosten für dieses etablierte Projekt übernommen haben, sodass es für die 9.-Klässler kostenfrei blieb. Vom Kreis Soest wurde eine unterentwickelte und fehlgebildete Puppe mit dem Fetalen Alkoholsyndrom beigesteuert, die im Rahmen der Suchtvorbeugung verdeutlichen sollte, wie sich ein Kind entwickelt, wenn die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol trinkt. Auch diese Puppe verfehlte ihre Wirkung nicht und brachte die Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken.
Zum Abschluss gab es für alle ein Zertifikat über die Teilnahme, was dann z.B. bei Bewerbungen im sozialen Bereich als Referenz mit angefügt werden kann.
Einig waren sich die Projektteilnehmenden dann über ihre nähere Zukunft: „Erstmal keine Kinder! Die Verantwortung ist ganz schön anstrengend!“ Aber das Projekt empfehlen sie auf jeden Fall der kommenden 9. Klasse im nächsten Jahr.
















