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Schüleraustausch mit Frankreich: Sekundarschule fährt zum vierten Mal nach Lille

Im Rahmen der Erasmus +-Mitgliedschaft führte die Sekundarschule der Stadt Warstein bereits zum vierten Mal einen Schüleraustausch mit dem Collège Rouges Barres in Marcq-en-Barœul (Metropolregion Lille) durch. Nachdem die französische Gruppe vom 02.-06. März nach Warstein gekommen war, fand in der letzten Woche (18. -22. Mai) der Gegenbesuch in Frankreich statt. 7 Schülerinnen und 8 Schüler des 9. Jahrgangs, begleitet von Frau Liebig und Herrn Hölter, verbrachten 5 ereignisreiche Tage in Frankreich und konnten hierbei vielfältige Eindrücke sammeln, ihre Sprachkenntnisse einüben und erweitern und Freundschaften vertiefen.

Nachdem die Gruppe am Montag um 8:00 an der Sekundarschule von Frau Angele und Herrn Kerper verabschiedet worden war, erreichte man die Jugendherberge in Lille gegen 15:00 Uhr. Hier wurden zunächst die Zimmer bezogen, dann ging es direkt mit der Metro ins Zentrum von Lille. Mit den Städten des ehemaligen nordfranzösischen Kohlereviers und den benachbarten belgischen Städten bildet Lille die 3,5 Millionen Einwohner zählende Metropolregion „Aire métropolitaine de Lille“, und schon beim Verlassen der Metro staunte die Warsteiner Gruppe über die quirlige Betriebsamkeit in der „Metropole des Nordens“, in deren Straßen sich Menschen der verschiedensten Kulturkreise durchmischen. Auch architektonisch bezieht Lille seinen Reiz aus der Mischung der Kulturen, denn in der Stadt, die erst 1667 französisch wurde, treffen die typisch flämische und die neoklassizistisch geprägte französische Architektur aufeinander.

Nach einer kurzen Orientierung im historischen Zentrum von Lille erhielten die Schülerinnen und Schüler erstmals Gelegenheit alleine durch die Stadt zu bummeln. Im Anschluss kam es zum lang erwarteten Wiedersehen mit den französischen Austauschpartnern. Beim gemeinsamen Abendessen in einem landestypischen Restaurant konnten Flammkuchen in allen erdenklichen Variationen probiert werden.

Am zweiten Tag wurde die Warsteiner Gruppe zunächst im Collège Rouges Barres von der neuen Schulleiterin Madame Paque begrüßt und herumgeführt. Dann stand ein Empfang im Rathaus von Marcq-en-Barœul auf dem Programm, bei dem die deutsch-französische Freundschaft vom Bürgermeister Loïc Cathelain gewürdigt und die Gäste mit einem kleinen Imbiss begrüßt wurden.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Schule ging es wieder ins Zentrum von Lille, wo zunächst im Illusionen Museum erstaunliche optische Phänomene bestaunt wurden. Hierbei konnten zudem zahlreiche lustige Fotomotive genutzt werden. Dann stand ein Bummel durch das ultramoderne Stadtviertel Euralille auf dem Programm, von wo es dann wieder ins historische Zentrum ging.

Der schon traditionelle Höhepunkt der Reise war am Mittwoch der gemeinsame Tagesausflug nach Dünkirchen an die französische Nordküste. Nach der einstündigen Zugfahrt stand zunächst der Besuch des Musée Opération Dynamo auf dem Programm, das die Schlacht von Dünkirchen im zweiten Weltkrieg (26.Mai – 5 Juni 1940) und vor allem die Evakuierung von fast 340 000 alliierten Soldaten in diesem Zeitraum thematisiert.

Nach der Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel der Deutsch-Französischen Geschichte, stand dann aber wieder gemeinsame Aktivität beim Strandbesuch auf dem Programm. Da sich auch das Wetter trotz böigen Windes von seiner freundlichen Seite zeigte, konnten die kalten Fluten der Nordsee ertastet und ausgiebig über den Sandstrand oder die Promenade gebummelt werden.

Am Donnerstagvormittag nahmen die deutschen Gäste am Unterricht ihrer Austauschpartner teil und konnten so einen Eindruck vom französischen Schulsystem erhalten. Mittags ging es dann mit dem Bus nach Villeneuve d’Ascq, wo das Mittagessen in Form eines Picknicks im sehr schönen „Parc du heron“ eingenommen wurde. Im Anschluss folgte eine Führung durch das renommierte Museum „LaM“, in dem Werke der modernen, zeitgenössischen und Outsider-Kunst ausgestellt werden. Im Anschluss stand dann zunächst gemeinsames Bowling auf dem Programm, anschließend folgte ein kleines Abschiedspicknick auf dem Schulhof des Collège Rouges Barres.

Dann ging es noch einmal kurz in die Jugendherberge zum „Schickmachen“. Eingeläutet wurde der letzte Abend stilvoll in einem italienischen Ristorante, dann folgte ebenfalls schon traditionell der Abschied von Lille bei einem letzten Bummel durch die nun stimmungsvoll beleuchtete Altstadt.

Am Freitagmorgen startete die Rückreise um 10:00 Uhr. Nachdem man zunächst zügig vorankam und gegen 13:00 die deutsche Grenze bei Aachen überquert hatte, wurde die Heimkehr durch den nun aufkommenden Pfingstverkehr erheblich verlangsamt, so dass die Sekundarschule erst gegen 19:30 erreicht wurde, was der guten Stimmung im Bus aber keinen Abbruch tat. Nach einer begeisternden Woche laufen nun bereits wieder die Planungen für das nächste Jahr, um der Erfolgsgeschichte des Frankreichaustausches ein fünftes Kapitel hinzuzufügen.